Berechne in Sekunden, wie sich dein Vermögen durch regelmäßiges Investieren in ETFs entwickelt - inklusive Zinseszins-Effekt und österreichischer KESt.
Passe die Werte an deine persönliche Situation an
| Jahr | Eingezahlt | Wert (brutto) | Rendite |
|---|
Die Berechnung basiert auf einer vereinfachten Annahme konstanter jährlicher Rendite. Die tatsächliche Wertentwicklung von ETFs unterliegt Schwankungen. Vergangene Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
Wer 200 Euro im Monat über 30 Jahre anlegt, zahlt 72.000 Euro ein - und hat bei 7 Prozent Rendite am Ende rund 234.000 Euro. Der Unterschied von mehr als 160.000 Euro entsteht nicht durch höhere Einzahlungen, sondern durch den Zinseszins-Effekt.
Ein ETF Sparplan ist eine automatisierte Anlagestrategie, bei der du regelmäßig (meist monatlich) einen festen Betrag in börsengehandelte Indexfonds investierst. ETFs bilden einen Index wie den MSCI World oder den ATX nach und bieten dadurch eine breite Streuung bei niedrigen Kosten.
Der große Vorteil eines Sparplans liegt im sogenannten Cost-Average-Effekt: Für dieselben 200 Euro bekommst du nach einem Kursrutsch mehr Anteile als auf einem Höchststand. Über viele Raten mittelt sich der Einstiegskurs, und die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt erledigt sich von selbst.
Albert Einstein soll den Zinseszins als „achtes Weltwunder" bezeichnet haben. Beim ETF Sparplan bedeutet das: Deine Gewinne werden reinvestiert und erzielen selbst wieder Gewinne. Je länger du investiert bleibst, desto stärker wirkt dieser Effekt.
Monatliche Sparrate: Gib den Betrag ein, den du jeden Monat investieren möchtest. Schon kleine Beträge ab 25-50 Euro können über die Jahre zu beachtlichen Summen anwachsen. Viele österreichische Broker bieten Sparpläne bereits ab 1 Euro an.
Anlagedauer: Je länger dein Anlagehorizont, desto besser. Kurzfristige Schwankungen gleichen sich über die Zeit aus. Für ETF-Sparpläne empfehlen Experten mindestens 10, besser 15-20 Jahre Anlagedauer.
Erwartete Rendite: Der MSCI World hat historisch etwa 7-8% jährliche Rendite erzielt (inkl. Dividenden, vor Kosten). Für eine konservative Planung kannst du auch mit 5-6% rechnen.
Anfangskapital: Falls du bereits einen Betrag angespart hast, den du zusätzlich zum Sparplan investieren möchtest, kannst du diesen hier eingeben.
Dynamische Sparrate: Mit dieser Option erhöhst du deine Sparrate jährlich um einen festen Prozentsatz - ideal, wenn du von Gehaltserhöhungen ausgehst.
In Österreich werden Kapitalerträge mit der Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5% besteuert. Diese gilt für Dividenden, Zinsen und realisierte Kursgewinne. Wichtig zu wissen:
Die KESt wird bei österreichischen Brokern automatisch abgeführt (Quellensteuer). Thesaurierende ETFs (die Dividenden automatisch reinvestieren) unterliegen der sogenannten „ausschüttungsgleichen Erträge", die jährlich versteuert werden müssen.
Für eine realistische Planung zählt deshalb der Betrag nach Steuern. Bei 30 Jahren Sparplan und 7 Prozent Rendite gehen von 162.641 Euro Gewinn rund 44.700 Euro als KESt weg - fast ein Fünftel des Endvermögens.
Diese Prüfung dauert zwei Minuten und entscheidet über einige Prozentpunkte Rendite pro Jahr. Meldefonds übermitteln ihre steuerlichen Daten jährlich über einen steuerlichen Vertreter an die Oesterreichische Kontrollbank. Nur mit diesen Daten kann deine Bank die KESt korrekt berechnen. Fehlt die Meldung, greift eine Pauschale, die fast immer zu hoch ausfällt: 90 Prozent des Wertzuwachses im Kalenderjahr, mindestens aber 10 Prozent des Rücknahmepreises zum Jahresende - und darauf 27,5 Prozent. Im Mindestfall sind das 2,75 Prozent des Depotwerts, in einem Jahr mit fallenden Kursen ebenso wie in einem guten.
So prüfst du es: ISIN des ETFs aus dem Factsheet kopieren, im Fondsdaten-Portal der OeKB suchen. Findet die Datenbank den Fonds mit Steuerdaten, ist er Meldefonds. Die großen europäischen Anbieter melden für ihre gängigen ETFs durchgehend, bei kleineren Häusern und bei US-Produkten lohnt der Blick immer. Wer bei einem steuereinfachen österreichischen Broker kauft, sieht Nicht-Meldefonds oft schon daran, dass sie gar nicht sparplanfähig sind.
Früher gab es eine solche Frist: Kursgewinne waren nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Fondsanteile, die vor dem 1. Jänner 2011 gekauft wurden, gelten bis heute als Altbestand und bleiben beim Verkauf unversteuert. Für alles, was danach ins Depot kam, fällt die KESt unabhängig von der Haltedauer an. Seither gibt es immer wieder Anläufe, eine Behaltefrist zurückzuholen - der jüngste läuft gerade. Zur Alt- und Neubestandsregel (WKO)
Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl hat angekündigt, eine KESt-Befreiung nach einer Mindesthaltedauer im Herbst mit den Koalitionspartnern zu verhandeln. Auf eine Dauer will sie sich nicht festlegen. Im Regierungsprogramm 2025 bis 2029 steht die Befreiung nicht, frühere Anläufe sind gescheitert. Die NEOS unterstützen die Richtung, die SPÖ lehnt sie ab. Einen Gesetzentwurf gibt es nicht, und ob eine Regelung nur Aktien oder auch Fonds erfassen würde, ist offen.
Für die Planung heißt das: mit 27,5 Prozent rechnen. Eine mögliche Befreiung wäre ein späterer Bonus, keine Grundlage für eine Entscheidung heute - und ein Sparplan, der auf ein Gesetz wartet, verliert genau die Jahre, die beim Zinseszins am meisten zählen. Zum Stand der Debatte (Der Standard)
Für den langfristigen Vermögensaufbau empfehlen sich breit diversifizierte ETFs. Die beliebtesten Optionen für österreichische Anleger sind weltweite Aktien-ETFs auf den MSCI World oder FTSE All-World Index, die mehr als 1.500 Unternehmen aus Industrieländern abdecken. Nachhaltig orientierte Anleger greifen oft zu ESG-Varianten dieser Indizes.
Wer zusätzlich Schwellenländer einbeziehen möchte, kann einen MSCI Emerging Markets ETF beimischen oder gleich einen MSCI ACWI wählen, der beide Märkte kombiniert. Für konservativere Anleger eignen sich auch Mischungen mit Anleihen-ETFs zur Risikoreduktion.
An der Rendite knabbern vier Posten: die Ausführungsgebühr bei jedem Kauf, die laufenden Fondskosten, der Spread an der Börse und die Depotgebühr der Bank. Sie wirken zu unterschiedlichen Zeiten - und der Posten, über den am meisten geredet wird, ist selten der teuerste.
Die Ausführungsgebühr fällt bei jeder einzelnen Rate an, unabhängig davon, wie groß dein Depot schon ist. Was das bei 200 Euro monatlich bedeutet:
| Broker | Gebühr je Ausführung | Bei 200 € Rate | Anteil der Rate | Pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic, Scalable, Smartbroker+ | 0 € | 0,00 € | 0,00 % | 0,00 € |
| Flatex, Premium-ETFs | 0 € | 0,00 € | 0,00 % | 0,00 € |
| Erste Bank (George) | 1 € je ISIN | 1,00 € | 0,50 % | 12,00 € |
| DADAT Bank | 0,75 € + 0,175 % | 1,10 € | 0,55 % | 13,20 € |
| Flatex, übrige ETFs | 1,50 € | 1,50 € | 0,75 % | 18,00 € |
| BAWAG / easybank | 2 € + 0,275 % | 2,55 € | 1,27 % | 30,60 € |
Konditionen nach Angaben der Anbieter, Stand September 2026. Prozentwerte gerundet.
Entscheidend ist nicht der Absolutbetrag, sondern die Relation zur Sparrate. Zwei Euro plus 0,275 Prozent sind bei 200 Euro monatlich 1,27 Prozent - bei der dort möglichen Mindestrate von 50 Euro schon 4,28 Prozent. Bei 7 Prozent Marktrendite arbeitet die Hälfte des ersten Jahres dann nur dafür, die Gebühren wieder hereinzuholen.
Wer mit kleinen Beträgen anfängt, hat zwei Auswege: einen Anbieter ohne Ausführungsgebühr, oder seltener und dafür in größeren Beträgen ausführen lassen. Bei einer prozentualen Gebühr mit Fixanteil ist das ein spürbarer Unterschied - 150 Euro quartalsweise kosten bei der DADAT 4,05 Euro im Jahr, dieselbe Summe als 50 Euro monatlich kostet 10,05 Euro. Der Cost-Average-Effekt leidet bei vier statt zwölf Kaufzeitpunkten kaum messbar.
Steuerlich bringt dir diese Gebühr nichts. Im Privatvermögen dürfen Anschaffungsnebenkosten in Österreich nicht angesetzt werden: Transaktionsgebühren und Depotgebühren erhöhen deine Anschaffungskosten nicht und senken damit später auch nicht die KESt auf den Kursgewinn. In Deutschland ist das anders geregelt - dort zählen die Kaufnebenkosten mit. Was du hier an Gebühren zahlst, ist vollständig verloren. Quelle: BMF
Die Total Expense Ratio ist der Anteil, den die Fondsgesellschaft jährlich aus dem Fondsvermögen entnimmt. Du siehst sie auf keiner Abrechnung, weil sie laufend im Kurs verrechnet wird. Ein breiter Welt-ETF wie der iShares Core MSCI World (ISIN IE00B4L5Y983) liegt bei 0,20 Prozent im Jahr, die günstigsten Varianten auf denselben Index bei 0,12 Prozent. Branchen- und Themenfonds verlangen häufig 0,40 bis 0,50 Prozent.
Der Unterschied zur Ausführungsgebühr: Die TER hängt am Depotwert, nicht an der Sparrate. Solange wenig im Depot liegt, ist sie unbedeutend - und je größer das Vermögen wird, desto mehr dominiert sie. Bei 1,50 Euro je Ausführung und 0,20 Prozent TER liegt der Kipppunkt bei 9.000 Euro Depotwert. Nach zwanzig Jahren mit 200 Euro monatlich stehen 18 Euro Ausführungsgebühr rund 204 Euro Fondskosten im Jahr gegenüber.
Zwölftausend Euro für einen Unterschied, den du in keiner Abrechnung siehst - bei 72.000 Euro Einzahlung über die 30 Jahre. Das ist der Grund, warum die TER bei der ETF-Auswahl mehr Aufmerksamkeit verdient als der Name des Anbieters.
Die TER ist eine Gebührenangabe, keine Messung. Was ein ETF tatsächlich gekostet hat, zeigt die Tracking Difference: der Abstand zwischen der Wertentwicklung des Index und der des Fonds über ein Kalenderjahr. Sie kann kleiner ausfallen als die TER, wenn der Fonds über Wertpapierleihe Zusatzerträge erzielt oder Quellensteuern günstiger zurückholt - einzelne ETFs landen dadurch sogar vor ihrem Index. Sie kann auch größer sein, etwa wenn der Fonds den Index nur mit einer Auswahl der Titel nachbildet (Sampling) und diese Auswahl schlechter läuft.
Zwei ETFs auf denselben Index mit identischer TER können sich über zehn Jahre deutlich unterscheiden. Die historischen Werte stehen in den Jahresberichten der Anbieter und in den Profilen von Datenportalen wie justETF.
Der Spread ist die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei einem großen Welt-ETF beträgt er in den europäischen Haupthandelszeiten wenige Hundertstelprozent, bei dünn gehandelten Nischenprodukten und in Randzeiten ein Vielfaches davon. Beim Sparplan hast du darauf kaum Einfluss, weil der Broker den Ausführungszeitpunkt vorgibt. Relevant wird der Spread vor allem später, wenn du größere Beträge auf einmal verkaufst.
Die Depotgebühr lässt sich am leichtesten vermeiden. Flatex, Trade Republic, Scalable Capital und Smartbroker+ verlangen keine, die Erste Bank ist bis 50.000 Euro Depotvolumen kostenfrei, die DADAT verrechnet bis Ende 2026 noch 0,05 Prozent im Jahr und ab Jänner 2027 nichts mehr. Bei der Bank Direkt sind es 0,10 Prozent zuzüglich Umsatzsteuer, mindestens aber 4,94 Euro je Position - bei einem kleinen Depot mit einem einzigen ETF ist das der größte Kostenblock überhaupt.
Ein ETF-Sparplan ohne Ziel ist eine Zahl ohne Bedeutung. In Österreich lässt sich dieses Ziel ziemlich genau bestimmen, weil das Pensionskonto offenlegt, was die staatliche Pension einmal leisten wird.
Für jedes Beitragsjahr schreibt dir das Pensionskonto 1,78 Prozent deiner Beitragsgrundlage gut, den sogenannten Kontoprozentsatz. Wer 45 Jahre arbeitet, kommt damit auf 80,1 Prozent - daher die Formel 45/65/80: 45 Versicherungsjahre, Antritt mit 65, rund 80 Prozent des aufgewerteten Lebensdurchschnittseinkommens. Die aufsummierte Gesamtgutschrift geteilt durch 14 ergibt die monatliche Bruttopension.
Zwei Details daran werden regelmäßig überlesen. Erstens sind es 80 Prozent des Lebensdurchschnitts, nicht des letzten Gehalts - und das letzte Gehalt liegt bei den meisten Erwerbsverläufen deutlich darüber. Zweitens setzt die Rechnung 45 Beitragsjahre voraus. Tatsächlich lag das durchschnittliche Antrittsalter 2025 bei 62,4 Jahren für Männer und 60,7 für Frauen. Wer mit 25 zu arbeiten beginnt und mit 62 aufhört, sammelt 37 Jahre - also 65,9 statt 80,1 Prozent.
| Beitragsjahre | Anteil am Lebensdurchschnitt | Bei 3.000 € Durchschnitt |
|---|---|---|
| 45 Jahre (Modellfall) | 80,1 % | 2.403 € |
| 40 Jahre | 71,2 % | 2.136 € |
| 37 Jahre | 65,9 % | 1.976 € |
| 30 Jahre | 53,4 % | 1.602 € |
Bruttopension, 14 Mal jährlich. Kontoprozentsatz 1,78 % je Beitragsjahr.
Die Pensionsversicherungsanstalt weist für Dezember 2025 eine durchschnittliche Alterspension von 2.434,77 Euro für Männer und 1.705,26 Euro für Frauen aus, jeweils brutto und 14 Mal im Jahr. Der Abstand ist kein Rechenfehler des Systems, sondern dessen Spiegel: Teilzeit, Karenzzeiten und niedrigere Einkommen landen eins zu eins auf dem Konto. Das Sozialministerium beziffert die Pensionslücke zwischen Frauen und Männern für 2026 auf 39,4 Prozent; der Equal Pension Day fiel heuer auf den 9. August.
Für die private Vorsorge heißt das vor allem eines: Wer Jahre mit reduzierter Arbeitszeit vor sich hat, sollte die Sparrate nicht in genau diesen Jahren als Erstes streichen. Die Lücke, die dort entsteht, ist die größte, die das System kennt.
Die Rechnung geht in drei Schritten. Erstens: Was fehlt monatlich? Wer zuletzt 3.500 Euro brutto verdient und 2.400 Euro Pension erwarten darf, hat 1.100 Euro Unterschied. Zweitens: Welches Kapital trägt diesen Betrag? Bei einer Entnahmerate von 3,9 Prozent sind das rund 338.000 Euro. Drittens: Welche Rate führt dorthin?
Zehn Jahre später anzufangen verdoppelt die nötige Rate nicht, es kostet mehr als das: Aus 288 Euro werden 664. Der Grund ist derselbe Zinseszins, der in der Ansparphase für dich arbeitet - er braucht nur Zeit, und die lässt sich später mit keiner Sparrate nachkaufen.
Deinen tatsächlichen Kontostand musst du nicht schätzen. Die Kontomitteilung des Pensionskontos zeigt die Gesamtgutschrift und daraus die zu erwartende Bruttopension - abrufbar über die Pensionsversicherung oder den Dachverband der Sozialversicherungsträger. Erklärung auf oesterreich.gv.at
Österreich fördert zwei Sparformen mit einer staatlichen Prämie - der ETF-Sparplan gehört nicht dazu. Wie viel diese Förderung tatsächlich wert ist.
| Kriterium | ETF Sparplan | Zukunftsvorsorge | Bausparen | Sparbuch |
|---|---|---|---|---|
| Staatliche Prämie 2026 | keine | 4,25 % auf max. 3.817,04 € | 1,5 % auf max. 1.200 € | keine |
| Prämie in Euro | 0 € | 162,22 € / Jahr | 18 € / Jahr | 0 € |
| Bindung | keine | 10 Jahre | 6 Jahre | je nach Bindung |
| Kapitalgarantie | nein | 100 % der Einzahlungen | ja | bis 100.000 € |
| Steuer auf Erträge | 27,5 % KESt | keine, Rente steuerfrei | 25 % KESt auf Zinsen | 25 % KESt auf Zinsen |
| Erwartbare Rendite | 5-8 % p.a. | garantiebedingt niedrig | 1-3 % p.a. | 0,5-2 % p.a. |
| Vorzeitiger Ausstieg | jederzeit möglich | halbe Prämie zurück + 27,5 % Nachversteuerung | Prämie entfällt | Vorschusszinsen |
Prämiensätze 2026 nach BMF-Festsetzung. Quellen: WKO zur Zukunftsvorsorge, oesterreich.gv.at zur Bausparprämie.
4,25 Prozent klingen nach mehr als die 1,5 Prozent des Bausparers und nach viel mehr als die null Prozent des ETF-Sparplans. Der Haken steckt im Zeitraum: Die Prämie fällt einmal auf die Jahreseinzahlung an, das Geld ist dafür zehn Jahre gebunden. Auf die Laufzeit umgelegt entspricht das einem Renditevorteil von rund 0,42 Prozent pro Jahr. Beim Bausparer mit sechs Jahren Bindung sind es 0,25 Prozent.
Das ist nicht nichts - es ist ungefähr die Größenordnung einer TER-Differenz zwischen einem günstigen und einem teuren ETF. Nur wird dieser Vorteil bei der Zukunftsvorsorge mit einer Kapitalgarantie erkauft, die den Aktienanteil und damit die Renditeerwartung dauerhaft begrenzt. Wer 318 Euro monatlich zehn Jahre lang anlegt, hat bei 7 Prozent rund 54.600 Euro und bei 2 Prozent rund 42.200 Euro. Die 1.622 Euro Prämie aus zehn Jahren Zukunftsvorsorge holen diesen Abstand nicht auf.
Umgekehrt gilt: Die garantierten Produkte haben ihren Platz dort, wo Schwankung nicht tragbar ist - beim Notgroschen, bei Geld für einen Wohnungskauf in wenigen Jahren, oder wenn ein Bauspardarlehen zu günstigen Konditionen das eigentliche Ziel ist. Für den Vermögensaufbau über zwanzig Jahre und mehr entscheidet dagegen die Renditeerwartung, nicht die Prämie.
Vergleiche steuereinfache österreichische Broker und günstige internationale Anbieter - mit allen wichtigen Details zu Gebühren, ETF-Auswahl und Besonderheiten.
Alle Konditionen nach Angaben der Anbieter, Stand September 2026. Gebühren und ETF-Auswahl ändern sich laufend - vor der Eröffnung beim Anbieter gegenprüfen.
Ein steuereinfacher Broker führt die österreichische Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5% automatisch an das Finanzamt ab. Du musst dich um nichts kümmern - weder um die Berechnung noch um die Abgabe einer Steuererklärung für Kapitalerträge. Bei ausländischen Brokern wie Scalable Capital oder Smartbroker+ musst du die Steuern selbst berechnen und in der Einkommensteuererklärung angeben. Das kann besonders bei thesaurierenden ETFs (ausschüttungsgleiche Erträge) sehr komplex werden.
Ein Depot aufzubauen ist die eine Hälfte der Aufgabe, es wieder in verfügbares Geld zu verwandeln die andere. Wie du dabei vorgehst, entscheidet darüber, wie viel vom Ersparten am Ende bei dir ankommt - und Österreich hat dafür eigene Regeln.
Der Reflex, zum Rentenbeginn das ganze Depot glattzustellen, kostet doppelt: Die gesamte KESt wird auf einen Schlag fällig, und das Kapital, das noch zwanzig oder dreißig Jahre weiterarbeiten könnte, liegt danach auf dem Konto. Wer stattdessen jährlich einen Teil verkauft, bleibt investiert und streckt die Steuer über viele Jahre.
Die bekannteste Faustregel stammt aus der Trinity-Studie: Vier Prozent des Startvermögens im ersten Jahr entnehmen, den Betrag danach jährlich um die Inflation erhöhen. Sie basiert auf historischen US-Daten und einem Ruhestand von 30 Jahren.
Morningstar rechnet diese Zahl jährlich neu. Für 2026 kommt die Untersuchung auf 3,9 Prozent als Startentnahmerate - für einen 30-jährigen Ruhestand, ein Portfolio mit 30 bis 50 Prozent Aktien und eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 90 Prozent. 2025 und 2024 waren es 3,7 Prozent, 2023 lag der Wert bei 4,0 Prozent. Wer bereit ist, die Entnahme in schlechten Börsenjahren zu kürzen, kommt laut derselben Untersuchung auf bis zu 5,7 Prozent.
Zwei Einschränkungen für österreichische Anleger: Die Rate gilt für ein gemischtes Portfolio mit hohem Anleihenanteil, nicht für ein reines Aktiendepot. Und sie ist eine Bruttoentnahme vor Steuern - die KESt zieht davon noch ab. Quelle: Morningstar
Hier liegt der größte Unterschied zu Deutschland. Dort gilt beim Verkauf das FIFO-Prinzip: Die ältesten Anteile gehen zuerst raus, mit ihrem damals niedrigen Kaufkurs und entsprechend hohem Gewinn. In Österreich schreibt § 27a Abs. 4 Z 3 EStG stattdessen den gleitenden Durchschnittspreis vor: Alle Anteile derselben ISIN in einem Depot werden zu einem gemeinsamen Durchschnittspreis in Euro zusammengefasst, der sich mit jedem Kauf neu berechnet.
Praktisch heißt das: Verkaufst du zehn Prozent deiner Anteile, realisierst du exakt zehn Prozent deines Gesamtgewinns - egal, ob die Anteile aus dem ersten oder dem letzten Sparplanjahr stammen. Du kannst dir keine steuergünstige Tranche aussuchen, und die Reihenfolge deiner Käufe spielt keine Rolle. Der Durchschnittspreis wird pro Depot gerechnet, nicht über mehrere Banken hinweg.
Wer die 9.151 Euro netto braucht, muss 11.306 Euro verkaufen - also 4,8 statt 3,9 Prozent des Depots. Der Gewinnanteil sinkt übrigens mit jedem Jahr der Entnahme nicht: Er bleibt konstant, weil jeder Teilverkauf Einzahlung und Gewinn im selben Verhältnis mitnimmt.
Ein Teil dieser Steuer ist zu diesem Zeitpunkt meist längst bezahlt. Bei thesaurierenden Meldefonds fallen jedes Jahr ausschüttungsgleiche Erträge an, die schon während der Ansparphase mit 27,5 Prozent belastet werden. Sie erhöhen im Gegenzug deine Anschaffungskosten, damit derselbe Ertrag beim Verkauf nicht ein zweites Mal besteuert wird. Die tatsächliche Steuerlast am Ende fällt dadurch niedriger aus als die reine Rechnung auf den Kursgewinn.
Zwei Depots mit identischer Durchschnittsrendite über zwanzig Jahre können völlig unterschiedlich enden - je nachdem, wann die schlechten Jahre kommen. In der Ansparphase ist ein Crash am Anfang sogar günstig, weil die folgenden Raten billig einkaufen. In der Entnahmephase dreht sich das um: Wer in den ersten Jahren Anteile zu gedrückten Kursen verkaufen muss, um seine Entnahme zu decken, zehrt die Substanz an, die für die Erholung fehlt.
Dagegen hilft eine Reserve außerhalb des Depots, die zwei bis drei Jahresentnahmen abdeckt. Bricht der Markt ein, greifst du auf sie zurück statt auf die Anteile, und lädst sie erst wieder auf, wenn sich die Kurse erholt haben.
Der Rat, das Depot in den letzten Jahren vor der Entnahme schrittweise in Anleihen umzuschichten, ist sinnvoll gegen das Reihenfolgerisiko - aber er hat in Österreich einen Preis. Jeder Verkauf löst KESt auf den gesamten aufgelaufenen Kursgewinn dieses Anteils aus. Einen Freibetrag, mit dem sich das in kleinen Jahresschritten steuerfrei abfedern ließe, gibt es hier nicht: Der deutsche Sparerpauschbetrag hat in Österreich keine Entsprechung.
Wer umschichten will, tut das deshalb besser über die laufenden Sparraten - neue Raten fließen in den defensiveren Teil, statt bestehende Anteile zu verkaufen. Das verschiebt die Gewichtung ohne Steuerauslösung, braucht aber Vorlauf.
Keiner davon hat mit der Auswahl des richtigen ETFs zu tun. Sie passieren bei der Produktwahl, beim Broker oder beim Finanzamt - und die teuersten fallen erst Jahre später auf.
Ein Vertrag mit staatlicher Prämie fühlt sich nach erledigter Vorsorge an. Rechnerisch ist er das selten: Der Höchstbeitrag von 3.817,04 Euro bringt 162,22 Euro Prämie, das Geld ist zehn Jahre gebunden, und die vorgeschriebene Kapitalgarantie zwingt den Anbieter zu einer defensiven Veranlagung. Wer bei vorzeitigem Ausstieg auf die Barauszahlung geht, gibt die halbe Prämie zurück und versteuert die bis dahin steuerfreien Erträge mit 27,5 Prozent nach. Als Baustein neben einem Sparplan ist das vertretbar - als alleinige private Vorsorge deckt es die Lücke aus dem Pensionskonto in den seltensten Fällen.
Genau in diesen Jahren entsteht die Lücke, die später am schwersten zu schließen ist: Das Pensionskonto schreibt 1,78 Prozent der tatsächlichen Beitragsgrundlage gut, ein halbes Gehalt ergibt also eine halbe Teilgutschrift. Die staatliche Pension fällt dadurch dauerhaft niedriger aus - der Pensionsunterschied zwischen Frauen und Männern von 39,4 Prozent ist im Wesentlichen die Summe solcher Jahre. Die Sparrate auf 50 Euro zu reduzieren, ist in dieser Zeit fast immer besser, als sie ganz auszusetzen: Der Sparplan bleibt bestehen und wird nicht zu einer Entscheidung, die man Jahre später neu treffen muss.
Der Weg über die eigene Filialbank ist bequem und kostet in Österreich messbar. Zwei Euro plus 0,275 Prozent je Rate sind bei 200 Euro monatlich 1,27 Prozent der Sparleistung, bei der Mindestrate von 50 Euro 4,28 Prozent - während dieselbe Ausführung bei mehreren Anbietern null kostet. Über zwanzig Jahre ist das ein fünfstelliger Unterschied, und steuerlich lässt sich nichts davon geltend machen, weil Anschaffungsnebenkosten im Privatvermögen nicht angesetzt werden dürfen. Der Wechsel des Depots ist deutlich einfacher als sein Ruf.
Meldet ein Fonds seine steuerlichen Daten nicht an die Oesterreichische Kontrollbank, schätzt das Finanzamt pauschal: Als ausschüttungsgleicher Ertrag gelten 90 Prozent der Wertsteigerung des Jahres, mindestens aber 10 Prozent des Rücknahmepreises zum Jahresende. Bei 27,5 Prozent KESt darauf sind das mindestens 2,75 Prozent deines Fondswerts - jedes Jahr, auch wenn der Fonds gefallen ist. Das frisst die Rendite eines Welt-ETFs mehr als zehnmal so schnell auf wie dessen TER. Ob ein Fonds Meldefonds ist, lässt sich vor dem ersten Kauf über die ISIN in den Steuerdaten der OeKB prüfen. Die großen europäischen Anbieter melden durchgehend, bei exotischeren Produkten lohnt der Blick.
Scalable Capital, Smartbroker+ und finanzen.net zero führen keine KESt ab. Das macht sie nicht illegal und nicht einmal teurer - es verlagert die Arbeit zu dir. Kapitalerträge aus ausländischen Depots gehören in die Einkommensteuererklärung, Beilage E1kv, und zwar jährlich, auch ohne einen einzigen Verkauf: Die ausschüttungsgleichen Erträge thesaurierender Fonds fallen trotzdem an. Die Broker liefern dafür einen Steuerreport nach österreichischem Recht. Wer das zwei Jahre schleifen lässt, hat keine Steuerersparnis, sondern eine Nachzahlung mit Anspruchszinsen.
In Österreich gibt es keinen Verlustvortrag für Kapitalvermögen. Verluste aus Wertpapierverkäufen lassen sich nur mit Gewinnen desselben Kalenderjahres verrechnen - was am 31. Dezember nicht ausgeglichen ist, ist steuerlich verfallen. Wer im November einen Verlust realisiert hat und erst im Februar Gewinne mitnimmt, verschenkt die Verrechnung. Nicht verrechenbar sind Verluste außerdem mit Sparbuch- und Kontozinsen, weil die mit 25 statt 27,5 Prozent besteuert werden. Quelle: BMF
Zwei Depots bei zwei Instituten fühlen sich nach Streuung an, kosten aber steuerlich. Den Verlustausgleich führt jede Bank nur für die bei ihr geführten Depots durch - ein Verlust bei Broker A und ein Gewinn bei Broker B werden nicht automatisch gegeneinander gerechnet. Das geht dann nur noch über die Veranlagung, also über die Steuererklärung. Auch der gleitende Durchschnittspreis wird pro Depot ermittelt. Für ein normales Sparplandepot spricht wenig für eine Aufteilung; die ETF-Anteile sind ohnehin Sondervermögen und von der Insolvenz des Brokers nicht betroffen.
Was in Steuerreports, Kontomitteilungen und Förderbedingungen auftaucht - und in deutschen Ratgebern nicht vorkommt, weil es die Sache dort nicht gibt.
Der beste Zeitpunkt zum Investieren war vor 20 Jahren. Der zweitbeste ist heute.